Gaby Wentland
Mädchen

MISSION FREEDOM

MISSION FREEDOM rettet junge Frauen aus der Zwangsprostitution in Deutschland

Vor Monaten stand eine junge Frau aus einem Osteuropäischen Land in St. Georg, in Hamburg, auf dem Straßenstrich. Sie sah sehr müde aus, 6 Jahre harte erbarmungslose Sexarbeit lagen bereits hinter ihr. Der Zuhälter war auch ihr „Mann“, der über 30 Jahre älter war als sie und sich mit dem Verdienst gut durchschlagen konnte. Eine Streetworkerin aus St. Georg sah das Elend, konnte aber nie an diese junge Frau heran, denn sie wurde ständig bewacht.

Vor 16 Monaten verschwand die Frau aus St. Georg. Sie war einfach weg. Und die Streetworkerin fing an zu beten: „Lieber Gott hilf ihr bitte! Lass sie Hilfe bekommen.“

Das ungleiche Pärchen verschwand in eine andere deutsche Stadt. Dort begegnete der Frau ein anderes Straßenteam, mit dem wir gut zusammen arbeiten. – Wir sind gut vernetzt. – Auch denen fiel der Zustand dieser Osteuropäerin auf. Sie war inzwischen verletzt, hatte geschwollene Beine und litt unsagbar. Sie boten Tee und Gespräche an, bis ein beherzter Taxifahrer dem Elend ein Ende machte. Auf der Fahrt zu einem anderen Ziel, fuhr er sie einfach in das nächste Krankenhaus und lud sie bei den verdutzten Ärzten ab. Auch meldete er den Vorfall dem Straßenteam, die sofort nach ihr sahen.

Nun war es einfach, man konnte mit ihr reden und sie einladen, in ein sicheres Haus zu gehen. Sie willigte ein und kurze Zeit später kam sie in unser MISSION FREEDOM HOME. Wir waren geschockt, denn sie litt unter ständigen Anfällen von Epilepsie und war in einem wirklich schrecklichen Zustand. Wir brachten sie schnellstmöglich in eine gute Klinik, wo sie endlich richtig behandelt wurde und wir bekamen eine neue Person nach drei Wochen wieder. Nun konnten wir mit Therapie und Sprachschule beginnen. Heute kann man sie nicht wiedererkennen…wir nennen sie unser Wundermädchen! Sie lernt, lacht, und fängt tatsächlich an zu träumen von einer guten Zukunft!

Stellen sie sich vor, es wäre ihre Tochter, ihre Schwester? Was würden sie tun?

1. Juli 2015